Die Provinz Cadiz im Winter

Der Winter ist schön… wenn es nicht zu kalt ist!!

Die Provinz Cádiz liegt an der südlichsten Spitze Europas. Nur 14 Kilometer sind es bis nach
Nordafrika – über die Straße von Gibraltar. Die Provinz Cádiz ist das Tor zum Mittelmeer. Ihre
privilegierte Lage hat sie schon immer zu einem begehrten und beliebten Land gemacht.
Ihre Hauptstadt Cádiz gilt als die älteste Stadt des Westens und wurde vor 3.000 Jahren von
den Phöniziern gegründet. Der Vino de Jerez ist als Sherry in der ganzen Welt bekannt, und der
Flamenco, Andalusiens beliebteste Ausdrucksform, hat seine Wiege zwischen Cádiz, Jerez und
Sevilla.

Die südliche Lage der Stadt, die sowohl vom Mittelmeer als auch vom Atlantik umgeben ist,
bedeutet, dass das ganze Jahr ein mildes und angenehmes Klima herrscht, selbst in den
kältesten Wintermonaten, wenn die Temperatur um die 15 Grad Celsius liegt.
Das macht sie zu einem begehrten Ziel für Nordeuropäer, um ein paar Tage im Winter zu
verbringen.

Die Provinz Cádiz ist über den internationalen Flughafen von Jerez zu erreichen, aber auch der
Flughafen von Sevilla ist nur eine Stunde und der Flughafen von Málaga zwei Stunden entfernt,
so dass sie von jedem Ort in Europa aus leicht zu erreichen ist.

Viele Profi- und Amateursportler kommen in die Provinz Cádiz, um in den Wintermonaten zu
trainieren: Ob Fußball, Kitesurfen, Surfen, Radfahren oder Tennis, die Provinz Cádiz und ihre
modernen Sportanlagen sind als Trainingslager im Winter sehr beliebt.

Dabei verdient der Golfsport eine besondere Erwähnung. Die 22 Golfplätze in der Provinz,
darunter Valderrama, wo 1997 der Ryder Cup ausgetragen wurde, machen Cádiz zu einem der
europäischen Mekkas des Golfsports.

Die Provinz Cádiz bietet auch eine große Naturvielfalt: Sie kann mit ausgedehnten weißen
Sandstrände aufwarten, die zu langen Spaziergängen einladen und unvergessliche
Sonnenuntergänge bieten.

Im Landesinneren befindet sich einer der größten Naturparks Spaniens, Los Alcornocales, der
ein Drittel der Fläche der Provinz Cádiz einnimmt und ideal für Aktivitäten wie Wandern,
Mountainbiking oder Hiking ist.

Das Innere der Provinz verbirgt auch eines ihrer bestgehüteten Geheimnisse: die weißen
Dörfer der Sierra. Es handelt sich um eine Gruppe kleiner Dörfer aus der Zeit der muslimischen
Herrschaft in Spanien, zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert, die ihre Struktur und Ästhetik mit
engen Gassen und weiß getünchten Fassaden noch immer bewahrt haben.

Der Geist und die Tradition des reinsten Andalusiens werden dort bewahrt, einschließlich der
traditionellen Gastronomie: Payoyos-Käse, eine prämierte Sorte, die sich immer größerer
Beliebtheit erfreut, natives Olivenöl, Wurstwaren und vieles mehr.

Ein Highlight der regionalen Gastronomie ist natürlich der Vino de Jerez, der als Sherry überall
in der Welt bekannt ist. Der Winter ist die ideale Zeit, um die Bodegas in der Stadt Jerez zu
besuchen und die verschiedenen Sherrysorten zu entdecken und zu erfahren, wie die
besondere Magie entsteht.

Die Bodegas von Jerez sind nicht einfach nur Stätten zur Lagerung von Sherryfässern, sondern
auch eine Schatzkammer für sich, mit Gemälden und Drucken von Picasso sowie einer
Kellerstruktur, die nach dem Vorbild der französischen Eiffel-Werkstätten entworfen wurde.
Fisch und Meeresfrüchte sind eine weitere gastronomische Spezialität der Provinz, in der es
übrigens gleich mehrere Michelin-Restaurants gibt. Das Aponiente kann mit drei Michelin-
Sternen aufwarten, und in Cádiz und Jerez gibt es drei weitere Restaurants mit jeweils einem
Stern.

Das ist doch der perfekte Vorwand, um eine dieser beiden Städte zu besuchen. Cádiz, die
Hauptstadt der Provinz, ist eine kleine Halbinsel voller Geschichte und schöner Aussichten. Die
beiden Kathedralen sind die Wahrzeichen der Stadt und spiegeln die Zeit wider, in der die
Stadt der wichtigste Hafen des alten Kontinents mit Amerika war.

Durch diese Handelsverbindung wurde die Stadt zu einem Schmelztiegel der europäischen und
amerikanischen Kultur. Die Uferpromenade, der „Campo del Sur“, ist der Zwillingsbruder von
Havannas Malecon und wurde in mehreren Filmen, darunter auch einem James-Bond-Film, für
die Darstellung der kubanischen Hauptstadt verwendet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das
Museum mit phönizischen Sarkophagen sowie römischen und muslimischen
Ausstellungsstücken. Und natürlich die vier wunderbaren Stadtstrände, darunter La Caleta mit
seinen magischen Sonnenuntergängen.

Eine günstige Reisezeit für einen Besuch in Cádiz ist der Karneval, der zu einer „Fiesta de
Interés Turístico Internacional“ (Volksfest von internationalem touristischem Interesse) erklärt
wurde und im Jahr 2024 vom 8. bis 18. Februar stattfinden wird. Aufgrund der kulturellen
Mischung der Stadt hat der Karneval von Cádiz sowohl venezianische als auch
südamerikanische Einflüsse und ist eine Kreuzung zwischen dem Karneval von Venedig und
dem von Rio de Janeiro.

Jerez ist der Geburtsort des Sherrys, aber auch die Wiege des Flamencos und der edlen
andalusischen Pferderasse Pura Raza Española. Die Fundación Real Escuela Andaluza del Arte
Ecuestre (Königlich-Andalusische Reitschule) und die Yeguada de la Cartuja-Hierro del Bocado
(Gestüt Cartuja-Hierro del Bocado) sind nur zwei Beispiel für die Leidenschaft, mit der die
Provinz Cádiz ihre Pferde liebt.

Vom 23. Februar bis zum 9. März 2024 versammelt das Festival Internacional de Flamenco de
Jerez (das Internationale Flamenco-Festival von Jerez) die weltbesten Künstlerinnen und
Künstler dieser Disziplin in Jerez. Die Shows finden nicht nur in Theatern statt, sondern auch in
den sogenannten Peñas Flamencas, den Orten, an denen der reinste Flamenco geboten wird.
Eine Variante des Flamenco sind die Zambombas, eine weitere kulturelle Darbietung, die es
nur in der Provinz Cádiz gibt. In Jerez und Arcos de la Frontera wird das Weihnachtsfest mit
gemeinsamem Singen und Trinken bis zum Morgengrauen gefeiert. Die Zambomba, ein für die Region typisches Schlaginstrument, ist das Herzstück dieser Festlichkeiten. Sie beginnen Ende
November und dauern bis einen Tag vor Weihnachten.


Weihnachten in Cádiz ist etwas ganz Besonderes. Die sieben Jahrhunderte muslimischen Erbes
haben ihre Spuren hinterlassen, auch in kulinarischer Hinsicht. Viele der süßen Köstlichkeiten,
die insbesondere in der Weihnachtszeit konsumiert werden, haben einen muslimischen
Ursprung: Marzipan, Polvorones, Mantecados und Alfajores.


Das Epizentrum der Produktion dieser weihnachtlichen Leckereien liegt in Medina Sidonia,
einem schönen Dorf im geografischen Zentrum der Provinz Cádiz, das nicht nur wegen seiner
Süßwarenfabriken, sondern auch wegen seiner atemberaubenden Aussichten bekannt ist. An
klaren Tagen kann man von der Burg aus die Bucht von Cádiz, Jerez, die Sierra de Cádiz und
sogar die afrikanische Küste sehen.


Durch Medina führt die Ruta del Toro, eine Route, die einem weiteren Wahrzeichen der
Provinz Cádiz gewidmet ist, dem Toro Bravo. Im Inneren der Provinz gibt es viele
Rinderzüchter, bei denen die Kampfstiere das Leben auf den weitläufigen Dehesas, also
beweidete Eichenhaine, in freier Natur genießen. Die Route endet in Campo de Gibraltar, dem
südlichsten Punkt der Provinz. Dort liegt auch Tarifa, das internationale Windsurf-Mekka, San
Roque mit dem exklusiven Sotogrande, das Tor zur Costa del Sol in Málaga, und wunderschöne
und versteckte Dörfer wie Castellar und Jimena de la Frontera, eine Reise in das Cádiz des
Mittelalters.